Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in der Produktion — Erfahrungswissen sichern, neue Kolleg:innen schneller einarbeiten

387.000 unbesetzte Fachkräftestellen meldet die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam mit dem IW Köln zum Stichtag März 2025; bis Juni 2025 weist das IW Köln 391.000 fehlende Fachkräfte aus. In den Engpassberufen verschärft sich das Bild: in der Energie- und Elektrotechnik kommen 284 offene Stellen auf 100 Arbeitslose, in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik 222 (BA-Engpassanalyse 2025). In der Produktion entsteht damit eine doppelte Belastung. Erfahrene Kolleg:innen verlassen die Linie Richtung Ruhestand, neue kommen aus anderen Branchen oder Sprachräumen — und brauchen jemanden, der jeden Handgriff vormacht. Genau diese Vormacher:innen sind aber selbst die knappste Ressource im Werk.

Die eigentliche Krise: das Wissen geht in Rente

Bis etwa 2036 erreichen 12,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland das Renteneintrittsalter (Destatis, Pressemitteilung 8/2022); bereits 2035 wird laut Destatis-Vorausberechnung (12/2025) rund jede vierte Person 67 Jahre oder älter sein. In der Produktion bedeutet diese demografische Verschiebung den Abgang ganzer Schicht-Generationen, die ihre Tätigkeit über Jahrzehnte verfeinert haben.

Rund 70 % des operativen Wissens in Industriebetrieben gilt — je nach Quelle abweichend — als implizit: nicht in Arbeitsanweisungen, nicht in Stücklisten, nicht in Schulungsunterlagen. Es lebt im Drehmoment-Gefühl, in der Reihenfolge bei Sondervarianten, in den kleinen Korrekturen, die niemand mehr bewusst beschreibt, weil sie selbstverständlich erscheinen. Klassische Übergabegespräche und Schatten-Einarbeitung scheitern an genau diesem Wissen — weil es erst sichtbar wird, wenn es ausgeübt, nicht wenn es erklärt wird.

Internationale Belegschaften: Sprache als unsichtbare Produktivitätssteuer

Die deutsche Produktion ist längst international besetzt. 60 % der Beschäftigten in der Schweißtechnik und 32 % im Automobilbau haben einen Migrationshintergrund (Destatis, Mikrozensus 2024); im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt sind es 26 %. Eine deutsche Word-Datei "als Referenz an der Wand" produziert in dieser Realität Verzögerungen, Nacharbeit und im schlechtesten Fall Sicherheitsvorfälle.

Die rechtliche Anforderung ist eindeutig: §12 Arbeitsschutzgesetz und §14 Gefahrstoffverordnung verlangen Unterweisung "in einer für den Beschäftigten verständlichen Sprache". Eine mehrsprachige Auslieferung ist damit keine Komfortleistung, sondern erfüllt die gesetzliche Pflicht. Die rechtliche Unterweisung selbst bleibt nach DGUV Vorschrift 1 §4 Aufgabe des Arbeitgebers — eine digitale Anleitung liefert dafür den dokumentierbaren Nachweis.

Onboarding-Kosten in der Produktion

Die Kosten der verlängerten Einarbeitung sind in der Praxis selten transparent. Personio- und Factorial-Benchmarks (2024) beziffern die Onboarding-Kosten typischerweise auf rund 30 % des Jahresgehalts; der Break-even einer neuen Produktionsfachkraft liegt bei 9 bis 12 Monaten. Die Schatten-Einarbeitung zieht zudem die erfahrenen Kolleg:innen aus dem Wertschöpfungsprozess: Jede Stunde, die ein:e Vorarbeiter:in mit Erklären verbringt, fehlt der Linie. Im Engpass werden so genau diejenigen blockiert, deren Stunden am knappsten sind.

Erfahrungswissen am Punkt der Tätigkeit sichern

Implizites Wissen lässt sich nicht in retrospektiven Übergabe-Meetings einsammeln. Es entsteht — und verschwindet — am Punkt der Tätigkeit. Eine Aufnahme während des Vorgangs ist eine der wenigen Methoden, die das tatsächliche Tun dokumentiert: die kleinen Bewegungen, die niemand bewusst beschreiben würde, die Reihenfolge, in der erfahrene Werker:innen drei Schritte parallel führen, statt sie nacheinander abzuarbeiten.

Damit verschiebt sich der Anspruch an Wissensmanagement. Statt erfahrene Mitarbeitende zu Autor:innen für Word-Dokumente zu machen, die sie nie schreiben werden, geht es darum, sie als Fachleute zu belassen — und ihre Tätigkeit dort aufzunehmen, wo sie ohnehin stattfindet. Das Ziel ist nicht, Personen zu ersetzen, sondern sie zu entlasten und ihr Können dauerhaft im Betrieb zu sichern.

Wie aus Erfahrung Anleitung wird

  1. Wissen aus dem Kopf holen

    Erfahrene Werker:innen filmen ihre Tätigkeit einmal mit der Stirnkamera aus dem Starter Kit. Die Aufnahme dauert genauso lange wie der Vorgang selbst — kein Schreiben, keine Doku-Sitzung, keine Unterbrechung der Linie.

  2. Aus Aufnahme wird Anweisung

    Die Video-Übergabe erfolgt nach der IT-Policy des Hauses: verschlüsselter Upload, eigener Downloadlink oder SD-Karte per Post. Sie erhalten eine fertige, mehrsprachige Schritt-für-Schritt-Anweisung zurück — Personen im Hintergrund und die Hände der aufnehmenden Person sind automatisch unkenntlich gemacht.

  3. Neue Kolleg:innen starten direkt

    Quereinsteiger:innen folgen der Anweisung Schritt für Schritt am Tablet. Vom ersten Tag an arbeiten sie entlang des dokumentierten Standards. Fragen kommen jetzt zu schwierigen Stellen, nicht mehr zum Standardablauf — und genau dafür sind die erfahrenen Kolleg:innen ansprechbar.

  4. Wissen wächst mit

    Ändert sich ein Prozess, filmt der erfahrene Werker das Update; im Hub redigiert das Werk die Anweisung selbständig. Auf allen Tablets ist die aktuelle Version sofort verfügbar. Wissen bleibt damit nicht in einem Kopf, sondern im System — und übersteht jeden Schichtwechsel, jede Rente, jede Neueinstellung.

Wenn Sie überlegen, wie Sie das Erfahrungswissen Ihrer erfahrenen Kolleg:innen im Haus halten und neue Werker:innen schneller in den Standard bringen, sprechen wir gern über einen ersten Vorgang in Ihrem Werk. Wir kommen mit dem Starter Kit, begleiten die Aufnahme und liefern eine fertige, mehrsprachige Anweisung zurück — Sie sehen am eigenen Beispiel, was "einmal vormachen, beliebig oft nutzen" konkret bedeutet.

Häufige Fragen

Antworten zum Fachkräftemangel und Wissenstransfer

Was Fertigungsunternehmen typischerweise zum Anlernen, Wissenstransfer und zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen fragen.

Helfen video-basierte Arbeitsanweisungen wirklich gegen den Fachkräftemangel?
Video-basierte Anleitungen lösen den Fachkräftemangel selbst nicht — aber die operativen Folgen, die ihn so teuer machen: längere Einarbeitung, verlorenes Erfahrungswissen, Sprachbarrieren in gemischten Teams. Wo Anleitungen am Tablet mitlaufen, sind neue Kolleg:innen schneller produktiv, und erfahrene Kräfte werden gezielt für anspruchsvolle Stellen frei. Montavis ist auf genau diesen Hebel ausgelegt.
Was passiert mit dem Wissen, wenn unser Vorarbeiter in Rente geht?
Genau dafür filmt man heute. Eine Aufnahme während des Vorgangs sichert das Erfahrungswissen dauerhaft im Unternehmen — übersetzbar, durchsuchbar, jederzeit aktualisierbar. Der Vorgang selbst bleibt die Quelle, nicht ein nachträgliches Erinnerungsprotokoll.
Funktioniert das auch mit Mitarbeiter:innen, die kaum Deutsch sprechen?
Ja. Anleitungen werden in den vier Basissprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch ausgeliefert; weitere Sprachen sind möglich. §12 ArbSchG und §14 GefStoffV verlangen ohnehin Unterweisung in einer "für den Beschäftigten verständlichen Sprache" — Mehrsprachigkeit ist hier gesetzlich, nicht komfortabel.
Wie schnell sind neue Kolleg:innen einsatzbereit?
Statt mehrwöchiger Schatten-Einarbeitung können neue Kolleg:innen ab dem ersten Tag entlang der Anweisung arbeiten. Erfahrene Vormacher:innen werden für Sondervarianten und schwierige Stellen reserviert — nicht für den Standardablauf, der ohnehin dokumentiert ist.
Müssen erfahrene Werker:innen jetzt zusätzlich Doku schreiben?
Nein. Beim video-basierten Vorgehen führen sie die Tätigkeit einmal vor der Kamera aus — also genau das, was sie ohnehin können. Schreibarbeit, Layout, Übersetzung und Person-Blur übernimmt der Anbieter; bei Full-Service-Modellen wie dem von Montavis fällt für die Werker:innen keinerlei zusätzliche Dokumentationsarbeit an. Das Prinzip lautet: einmal vormachen, beliebig oft nutzen.
Wie unterscheidet sich Montavis von einem klassischen LMS oder E-Learning-System?
Ein LMS ist für Schulungs-Sitzungen ausgelegt — vor der Aufgabe, getrennt vom Arbeitsplatz. Montavis liegt am Arbeitsplatz und läuft Schritt für Schritt mit. Microlearning am Punkt der Tätigkeit, nicht im Schulungsraum, und offline-fähig auf dem Tablet in der Halle.
Werden bei den Aufnahmen die Mitarbeiter:innen erkennbar gefilmt?
Nein. Personen im Hintergrund und die Hände der aufnehmenden Person werden automatisch unkenntlich gemacht — DSGVO-konform und betriebsratstauglich. Die Anleitung zeigt den Vorgang, nicht die Person.

Erfahrungswissen sichern, neue Kolleg:innen schneller einarbeiten — wollen wir einen ersten Vorgang in Ihrem Werk filmen?

Persönliche Antwort innerhalb von 24 Stunden. Kein Vertrieb-Funnel — Sie schreiben direkt an die Gründer.